Lesekompetenz durch Zeitungen oder das Internet?

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„Boah ey, sind die alle mit dem Klammersack gepudert?“ – Dachte ich, als ich den Beitrag in der Thüringer Blogzentrale lesen durfte. Ich saß zwar nicht an irgendeinem runden Tisch für Medienkompetenz, aber der Beitrag lässt Böses erahnen. Oder sollte ich vielmehr schreiben, er lässt Verblödung und Dummes heraufziehen?

Nagut, erstmal zum Thema Lesekompetenz und wie ich die Sache sehe. Zunächst einmal halte ich das Medium für fast schon irrelevant, wenn es um die Kompetenz beim Lesen geht. Denn, meiner Auffassung nach, geht es dabei unter anderem darum, einen Text zu verstehen, einzuordnen und Fakten von Meinungen zu trennen. Darüber hinaus könnte man noch die Fähigkeit dazu zählen, wie man einen Text auf Plausibilität überprüft und welche Mittel man dafür einsetzen kann. Ja klar, bei einem fiktiven Roman ist das natürlich eher weniger sinnvoll, bei Nachrichten allerdings schon. Soviel zu meinem, vielleicht einfach gestricktem Verständnis dieser Sache.

Ich zitiere mal den Sven von der Thüringer Blogzentrale:

„Ich habe versucht klar zu machen, dass die Schüler sich vor allem für Facebook und Whatsapp, Tinder und Handygames interessieren und dass man auf diesen Zug aufspringen müßte, um Schüler für Lese- und Medienkompetenz zu motivieren. „

Ganz ehrlich Sven, ich lese solchen Bullshit ja in letzter Zeit öfter, nicht nur von dir, der Ansatz wird aber immer öfter verfolgt. Das Thema an sich, könnte für die Schüler interessant sein, das Medium spielt bei Lesekompetenz aber keine Rolle! Denn es geht um das Verständnis eines Textes und nicht wo dieser Text steht. Besonders wichtig ist die Kompetenz zum Lesen bei Fachartikeln und -büchern nicht etwa bei einer Flirt-App, einem sozialen Netzwerk oder einer Kurznachrichten-Anwendung. Deren Inhalte oft aus nicht mehr als 140 Zeichen bestehen.

Führe ich den Faden weiter zur Medienkompetenz, wozu auch und heute besonders die digitale Welt eine Rolle spielen, dann geht es auch hier nicht um solche Anbieter. Mit der richtigen Lesekompetenz, ist man dann in der Lage zu erfahren, wie z.B. Computer und Netzwerke funktionieren. Mit letzterem meine ich natürlich keine Sozialen Netzwerke, sondern Computernetzwerke. Medienkompetenz ist gar nicht so schwer, doch dafür sollten Schüler die Grundlagen kennen.

Vielleicht kommen die Schüler dann ja auch mal auf die Idee, dass wenn bei einem Dienst „Privatnachricht“ draufsteht, dem eigentlich gar nicht so ist. Weil der Anbieter des Dienstes mitlesen kann, Behörden mitlesen können und der Freund mit Hacker- Ambitionen eventuell auch.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Das Netz mitgestalten tut man eben nicht unbedingt, in dem man alles auf Facebook schreibt, denn dann gestaltet man Facebook mit aber nicht das Web. Das Web gestaltet man z.B. mit einem eigenen Blog oder Onlinemagazin.

Sehr geehrter Sven, vielleicht fällt Ihnen irgendwann mal auf, dass es beim Lernen nicht darum geht, was die Jugend gerade benutzt. Denn das kennt sie schon, auch wenn sie es vielleicht nicht versteht oder gar hinterfragt, was sie da benutzt. Lernen hatte mal die Absicht, dass Menschen nach dem Lernen etwas besser verstehen und hinterfragen können. Eventuell sogar eine gewisse Fachkompetenz erreichen. Da führt halt kein Weg an Grundlagen vorbei. Man kann und sollte immer aktuelle Entwicklungen mit in den Unterricht einbeziehen, alleine der Auflockerung wegen, aber nicht alleine deswegen, weil man glaubt damit mehr Aufmerksamkeit gewinnen zu können.

Vielleicht habe ich Sie und Ihren Blogbeitrag ja auch nur falsch verstanden. Aber noch ein kleiner Nachschlag von mir. Wie schon gesagt, Lesekompetenz ist unabhängig vom Medium, es ist scheißegal worauf der Text steht, sofern man ihn entziffern kann. Und Medienkompetenz ist wieder etwas anderes, was man aber fast nur erreichen kann, wenn man im Lesen kompetent ist.

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