Von Menschenströmen und Merkeldämmerung

Schon einige Monate beschäftige ich mich nun mit einer der größten Herausforderungen unserer Zeit, dem Menschenstrom aus verschiedensten Ländern. Wie Peter Vonnahme richtig erkennt, handelt es sich dabei nicht um einen kurzen Flüchtlingsstrom, sondern vielmehr um den Anfang einer regelrechten Völkerwanderung. Ich dachte mir, es ist nun an der Zeit einmal ein paar Worte und Gedanken dazu loszuwerden, natürlich aus meiner rein subjektiven Sicht.

Politik und Presse

Ich bin kein Befürworter der AFD-Kundgebungen und PEGIDA-Demos, auch wenn so manches dort gesprochene Wort der Wahrheit entspricht, sehe ich beide sehr kritisch, mehr dazu aber weiter unten. Was unsere sogenannte Presse daraus macht, ist das selbe wie unsere Politik. Statt neutral zu berichten und sich auf Fakten zu berufen, werden hier Worte aus dem Kontext gerissen, Menschen beleidigt und alle Teilnehmer gerne und mit Nachdruck als Nazis beschimpft. Mal ganz davon abgesehen, dass ich persönlich diese Vergleiche nicht mag. Menschen, die zu AFD- und PEGIDA-Demos gehen mit Nazis zu vergleichen, ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen. Statt die Fragen und Sorgen der Menschen aufzugreifen, werden sie mit Worten niedergemacht. Und um das Fass weiter anzuheizen, wird auch noch gleich ein falscher Eindruck davon vermittelt, wer hier auf dem Weg nach Deutschland ist. Statt die Realität zu zeigen, werden vornehmlich Kinder und Familien gezeigt. Den Fakt, dass überwiegend junge Männer hier her strömen, lässt man gerne weg. Wirklich kritisch und auf Fakten basierende Berichte sehe ich in der aktuellen Presselandschaft kaum. Da werden auch schon mal DDR-Flüchtlinge mit den neuen Flüchtlingen verglichen. Dass diese aber aus einem komplett anderen Kulturraum kommen, kehrt man häufig unter den Teppich. Denn dann müsste man einige unbequeme Fragen stellen oder sich gar ernsthaft mit der Sache beschäftigen.

Problemdarbietung statt Problemlösung, spalten statt lösen

Wie oben schon angesprochen nun dazu, warum ich sowohl die AfD-Kundgebungen und besonders die PEGIDA-Bewegung sehr kritisch sehe. Denn hier gehen nicht etwa Nazis hin, sondern Menschen, die Angst haben um ihr Land, ihre Existenz. Sie kommen auch, weil sie Lösungen erwarten und weil man sie vermeintlich ernst nimmt. Was beide besonders gut können, sie stellen das Problem in aller Ausführlichkeit dar. Dadurch fühlen sich die Menschen ernst genommen. Doch wo bleiben die Lösungen? Wo das Angebot zur inhaltlichen Mitarbeit? Bei der AfD muss jedem klar sein, hier handelt es sich um eine Partei, die natürlich Stimmen gewinnen möchte. Was auch klar ist, wirklich vorwerfen kann man dass ihnen nicht, sonst wäre es ja keine Partei. Besonders bei PEGIDA vermisse ich dann aber die Entwicklung von Lösungsansätzen. Damit meine ich nicht nur Forderungen aufzustellen, sondern auch ein Angebot zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungen. Warum werden keine Bar-Camps oder richtige Konferenzen organisiert? Warum gibt es bei PEGIDA keine richtige Internetseite, sondern alles wird via Facebook gemacht? Warum kein Wiki? Warum kein Forum? Bisher sind das für mich klare Zeichen dafür, dass man hier aufpassen sollte, welche Ziele eine Vereinigung tatsächlich verfolgt oder wie ernst sie es wirklich meinen. Dennoch finde ich persönlich, dass es absolut richtig ist, wenn wir als Menschen dieses Landes etwas Patriotismus entwickeln und auf die Straße gehen, für das, was wir wollen und einstehen. Im Übrigen, diese „Refugees Welcome“-Brüller sind für mich, mit Verlaub, totale Spinner. Denn die sehen überhaupt keine Probleme, sondern nur Menschen, die vermeintlich etwas Hilfe brauchen und sich dann schon bei uns eingliedern werden. In der Summe könnte man klar sagen, für unsere schwache Presse ist nicht etwa PEGIDA oder die AfD ein gefundenes Fressen. Erst die Kombination aus Befürwortern und Gegnern macht das Thema so interessant. Ist doch schön, wenn man nur ein paar Zeilen schreiben muss, um die Stimmung weiter anzuheizen!?

Von Problemen und Ursachen

Was viele bisher nicht zu verstehen scheinen, die Menschen gehen nicht nur wegen des aktuellen Migrantenstromes auf die Straße. Dieser ist vielmehr der Auslöser einer neuen Demonstrationskultur. Die Menschen merken, wenn wir nicht auf die Straße gehen, dann wird sich auch nichts ändern. Wer zwischen den Zeilen liest, der sollte sehen, es geht um viel mehr! Meinen Beobachtungen zu Folge geht es auch um Menschen die genug davon haben, wie es in diesem Land läuft. Es werden immer mehr verdammt schlecht bezahlte Jobs. Die Rente ist oft eine Frechheit für die erbrachte Arbeitsleistung vieler Menschen. Arbeitslose werden nicht mehr als vollwertige Menschen wahrgenommen. Steuergesetze sind viel zu kompliziert, profitieren tut, wer die meiste Kohle hat und den besten Steuerberater. Unser soziales Miteinander wird immer mehr zur Katastrophe. Angebote im sozialen Bereich müssen mit immer weniger Geld auskommen. Das sind nur einige Themen, die in diesem Land angegangen werden sollten und wofür Menschen indirekt auf die Straße gehen. Bisher haben viele Menschen einfach den Mund gehalten, weil es immer irgendwie weiter ging und das wohl alles seinen Grund hat, das gespart werden muss. Jetzt da die Flüchtlinge kommen ist aber auf einmal „Kohle“ ohne Ende da. Haltet die Menschen bitte nicht für so blöd! Ja, sie bekommen es mit und die Frage ist damit gestellt. Warum ist dafür auf einmal ein beschissen hoher Berg Geld da und bei allem anderen wird gespart auf Teufel komm raus? Ich finde, die Menschen fragen zu Recht!

Doch zurück zum Migrantenstrom und seinen Ursachen. Einer der ersten Gründe dürften die militärischen Aktivitäten der USA und ihrer Verbündeten sein. Die für Verarmung und Instabilität in den jeweiligen Regionen sorgen. Ein weiterer Grund ist die Aufteilung der Welt in Arm und Reich. Die Menschen sehen in unseren Breitengraden eine Chance auf ein besseres Leben. Anmerken muss man hier aber auch ganz klar, Reichtum ist relativ und auch in unserem Land geht die Schere immer weiter auseinander. Allerdings sind wir im Vergleich zu anderen Ländern durchaus noch gut versorgt. Ich denke, damit sind für mich die wichtigsten Gründe für die aktuellen Menschenströme genannt.

Lösungen

Ganz klar müssen die militärischen Aktivitäten auf Verteidigung begrenzt werden. Kriege wegen Rohstoffen und Machterhalt, sind zu unterbinden und grundsätzlich abzulehnen. Was ganz klar eine Aufgabe der EU ist und sicher nicht von Deutschland alleine bewältigt werden kann.

Hilfe zur Selbsthilfe sollte sich auch die EU einmal auf die Fahne schreiben. Wir sollten statt Geld den Wissenstransfer als bestes Hilfsmittel sehen. Freier Zugang zu Wissen, ermöglicht auch freien Zugang zu Nahrung und Trinkwasser. Länder, die diese Hilfe nicht annehmen wollen, sollten auch von finanziellen Hilfsprogrammen ausgeschlossen werden.

Verzicht auf die Einhaltung der hier geltenden Spielregeln ist mit Abstand das Dämlichste, was wir tun sollten. Wir sind zwar nicht alle Christen, allerdings basiert unsere kulturelle Entwicklung und damit viele unserer Werte auf dem Christentum. Was in meinen Augen fatal wäre, wenn wir daran ungehindert graben lassen würden. Daher hat sich jeder, der in unserem Land wirklich Hilfe sucht, auch an unsere Spielregeln und Gesetze zu halten. Religion hin, Religion her, wer z.B. von Frauen kein Essen annehmen möchte, weil diese als unrein gesehen werden, der kann in meinen Augen nicht wirklich in Not sein oder hat gar vor unsere Werte zu respektieren. Hier gibt es noch unzählige weitere Beispiele.

Soviel geben wie wir wirklich können, dazu sind viele Menschen bereit. Eines können wir ganz bestimmt nicht, jedem Menschen auf dem Planeten helfen. Wir dürfen z.B. nicht an unserem Sozialsystem sparen und gleichzeitig anderen mit Milliarden helfen. Dies hat mit Hilfe, die immer freiwillig gegeben wird, nicht’s zu tun. Vielmehr würde es zu inneren Unruhen im eigenen Lande führen. Wer mehr gibt als er kann, der hilft nicht, der gibt sich selbst auf.

Fazit

Ja klar sollten wir helfen, allerdings nicht um jeden Preis. Vor allem aber sollten wir auch die Folgen unseres Handelns sehen. Die Rosa-Merkelbrille führt am Ende nur zur Merkeldämmerung und einem extremen Schaden an unserem Land und unserer Kultur. Was wir auch tun sollten ist zu hinterfragen und statt nur auf „Teilen“ zu klicken auch mal jenseits der Massenmedien querzulesen. Wir hätten schon viel früher auf die Straße gehen sollen. Für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, dazu zähle ich z.B. Obdachlose, Kinder und behinderte Menschen und immer mehr Rentner. Für eine stärkere und direktere Demokratie. Wir sollten Bar-Camps veranstalten, die den Austausch von Wissen, Meinungen und das Kontakte knüpfen einfacher machen. Vor allem aber sollten wir aufhören, blinde Parolen zu brüllen und verdammt nochmal keine Äpfel mit Birnen vergleichen!

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